Steuern 17 Min. Lesezeit

Firmenstruktur mit
Doppel-Null-Steuer-Ziel:
Warum Paraguay allein oft nicht reicht

„Paraguay = 0 % Steuern" ist eine Vereinfachung, die teuer werden kann. Das Doppel-Null-Ziel — keine Steuern auf Unternehmensebene, keine Steuern auf persönlicher Ebene — ist erreichbar. Aber es entsteht nicht durch ein Land allein, sondern durch die richtige Kombination aus persönlichem Exit, Gesellschaftsform, Tätigkeitsort, Ausschüttungslogik und lückenloser Dokumentation. Dieser Artikel ist kein Blueprint. Er ist ein Diagnoseinstrument.

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Auf einen Blick

  • Eine paraguayische Firma allein erzeugt kein „Doppel-Null"-Ergebnis. Der IRE liegt regulär bei 10 %, und die paraguayischen Quellenregeln sind breiter als die meisten Blogs beschreiben.
  • Auf Ausschüttungen fällt zusätzlich IDU an: 8 % für inländische, 15 % für nicht-ansässige Empfänger.
  • Eine US-LLC ist zunächst nur eine Rechtsform — ihre Steuerklassifikation hängt von Mitgliederzahl, Wahlrecht und konkreter Situation ab.
  • Der saubere Exit aus dem Herkunftsland ist Voraussetzung, nicht Nachgedanke.
  • Dieser Artikel stellt keine Steuerberatung dar. Die Einordnung des Einzelfalls erfordert lizenzierte Fachkompetenz — in Deutschland/Österreich/Schweiz und in Paraguay.

Warum „Paraguay = 0 %" zu kurz gedacht ist

Das Territorialprinzip Paraguays ist real und attraktiv: Einkommen aus ausländischen Quellen wird in Paraguay grundsätzlich nicht besteuert. Darin liegt die Basis für das, was viele das „Doppel-Null-Ziel" nennen. Die Lücke zwischen Theorie und Umsetzungswirklichkeit liegt aber genau dort, wo viele aufhören zu lesen.

Der IRE — der Impuesto a la Renta Empresarial, Paraguays Körperschaftsteuer — besteuert Gewinne paraguayischer Quelle mit regulär 10 %. Die Quellenregel ist dabei breiter als oft angenommen: Sie erfasst nicht nur Tätigkeiten auf paraguayischem Boden, sondern unter bestimmten Umständen auch Auslandsdividenden, Auslandszinsen, Auslandsbankguthaben, Wechselkursdifferenzen — und sogar Auslandstätigkeiten eines paraguayischen IRE-Steuerpflichtigen, wenn im Ausland keine gleichwertige Einkommensteuer darauf gezahlt wurde.

Hinzu kommt die Ausschüttungsebene. Wer Gewinne aus einer paraguayischen Gesellschaft entnimmt, zahlt IDU — Impuesto a los Dividendos y Utilidades: 8 % für im Land ansässige Empfänger, 15 % für nicht-ansässige. Das ist kein Randdetail, sondern ein strukturell eigener Hebel.

Was die DNIT selbst sagt

In aktuellen verbindlichen Auskünften (Consultas Vinculantes, Dezember 2025) hält die DNIT ausdrücklich fest, dass ihre Beurteilung an den konkret geschilderten Sachverhalt gebunden ist — und sich bei abweichenden Tatsachen ändert. Es gibt kein allgemeines „Paraguay-Ruling" für bestimmte Strukturen. Jede Konstellation wird einzeln beurteilt.

Die drei Ebenen jeder sauberen Struktur: Person, Firma, Ausschüttung

Das Doppel-Null-Ziel entsteht — wenn überhaupt — auf drei Ebenen gleichzeitig. Wer nur auf einer Ebene optimiert, löst das Problem meist nicht:

1

Persönliche Ebene: Bist du steuerlich sauber aus deinem Herkunftsland heraus? Solange du in Deutschland, Österreich oder der Schweiz Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hast, bist du dort mit deinem Welteinkommen steuerpflichtig — unabhängig davon, wo deine Firma sitzt.

2

Gesellschaftsebene: Welche Rechtsform ist für deine Situation die richtige — und wo? Eine paraguayische EAS, eine US-LLC, eine Kombination? Die Antwort hängt nicht am Land, sondern an Tätigkeitsort, Einkommensart, Kundenstruktur und Ausschüttungslogik.

3

Ausschüttungsebene: Wie und wann fließt Geld von der Gesellschaft zu dir als Person? Jede Ausschüttung aus einer paraguayischen Gesellschaft ist ein eigener Steuertatbestand — mit IDU 8 % oder 15 %.

Ob für dich eine lokale Paraguay-Firma, eine LLC oder eine Kombination die richtige Lösung ist, hängt nicht an einem Land, sondern an diesen drei Prüfebenen — und daran, wie sie in deiner konkreten Situation zusammenspielen.

Was eine paraguayische EAS wirklich kann — und was nicht

Die EAS — Empresa por Acciones Simplificada — ist Paraguays modernste Gesellschaftsform: vollständig online gründbar, in maximal 72 Stunden, mit Standardstatuten, ohne Mindestkapital. Das klingt nach dem perfekten Vehikel. Und für bestimmte Fälle ist es das.

Die Fallstricke beginnen jedoch, wenn man die EAS als automatische Niedrigsteuer-Lösung für Auslandsumsätze betrachtet. Als paraguayische juristische Person unterliegt sie dem IRE — inklusive der breiten Quellenregel für bestimmte Auslandseinkünfte. Ausschüttungen an den Inhaber lösen IDU aus. Und auf Dienstleistungsseite hat die DNIT in einer Auskunft vom Dezember 2025 klargestellt: Leistungen, die physisch von Paraguay aus erbracht werden, sind IVA-pflichtig — unabhängig davon, ob der Kunde im Ausland sitzt.

Gleichzeitig existiert eine andere DNIT-Auskunft, nach der digitale Leistungen an ausländische Kunden unter bestimmten Umständen nicht mit IVA belastet werden. Gleicher Auslandskunde — unterschiedliches Ergebnis je nach Service-Typ und Sachverhalt. Genau das ist der Punkt: Keine pauschale Antwort, immer Einzelfallbeurteilung.

Hinzu kommt ein praktischer Aspekt, den viele unterschätzen: Bei ausländischen Gründern ohne paraguayische Cédula läuft die EAS-Gründung über einen bevollmächtigten Vertreter. Eine im Ausland erteilte Vollmacht muss apostilliert, legalisiert und ins Spanische übersetzt sein. „Schnell gegründet" heißt nicht „ohne lokale Umsetzungshürden".

Wann die EAS sinnvoll ist

Für lokal tätige Dienstleistungsunternehmen, Berater, die ihre Klienten in Paraguay persönlich begleiten, und Unternehmer, die vor Ort wirtschaftlich aktiv werden wollen, ist die EAS häufig die richtige Wahl. Als Offshore-Vehikel für weltweite Remote-Einkünfte ist sie dagegen oft nicht das, was Gründer erwarten.

Wann eine LLC ins Bild kommt — und was sie steuerlich wirklich ist

Die US-LLC ist eine nach Bundesstaatenrecht geschaffene Rechtsform — für sich allein sagt sie steuerlich noch fast nichts. Der entscheidende Punkt: Der IRS klassifiziert eine LLC je nach Mitgliederzahl und gewählter Option unterschiedlich.

Bei einer Single-Member LLC ist der Standard die Disregarded Entity — die Gesellschaft ist steuerlich transparent, Einkünfte und Ausgaben werden direkt dem Inhaber zugerechnet. Keine US-Körperschaftsteuer auf LLC-Ebene. Keine US-Bundessteuer für nicht-ansässige Ausländer ohne US-Quell-Einkommen. Das ist der Baustein, auf dem viele Strukturkonzepte aufbauen.

Aber — und das ist zentral — diese Steuerfreiheit auf US-Ebene sagt nichts darüber aus, was im Herkunftsland des Inhabers gilt. Wer aus Deutschland eine Single-Member LLC besitzt und noch dort unbeschränkt steuerpflichtig ist, zahlt auf die LLC-Einkünfte in Deutschland Einkommensteuer. Der US-Vorteil ist dann kein Vorteil.

Auch auf paraguayischer Seite ist eine ausländische LLC kein automatischer Freifahrtschein. Die DNIT hat in Bescheiden zu transparenten Strukturen (Oktober 2025) festgehalten: Selbst wenn eine Struktur im IRE steuerlich neutral ist, entbindet das nicht von anderen Pflichten — Erklärungen, Jahresabschluss, Buchhaltung, Rechnungsstellung, und in bestimmten Fällen IDU-Pflichten auf Ausschüttungen. Fehlt ein detaillierter Bericht über Einkünfte, Kosten und Ausgaben an die wirtschaftlich Berechtigten, kann die Struktur solidarisch für die Steuer haften.

„Eine LLC kann ein Baustein sein — aber nur, wenn Wegzugsland, Klassifikation, Tätigkeitsort, Ausschüttung und Compliance zusammenpassen."

Auslandskunden, Remote Work und IVA: die unterschätzte Falle

Eine der häufigsten falschen Annahmen: Wer seine Kunden im Ausland hat, ist automatisch von paraguayischer IVA befreit. Die DNIT hat das in einer Auskunft vom 22. Dezember 2025 korrigiert: Leistungen, die von Paraguay aus erbracht werden, sind IVA-pflichtig — weil für das IVA der Tätigkeitsort maßgeblich ist, nicht der Sitz des Kunden.

Eine weitere DNIT-Auskunft zeigt, dass es Ausnahmen gibt: bestimmte digitale Leistungen an ausländische Kunden, die dort effektiv genutzt werden, können außerhalb der paraguayischen IVA fallen. Der Unterschied zwischen beiden Fällen liegt im Service-Typ und in der Frage, wo die Leistung tatsächlich genutzt wird.

Dieselbe Logik gilt beim IRP, der paraguayischen Einkommensteuer für natürliche Personen. Eine DNIT-Consulta vom Dezember 2025 hält fest: Wenn Arbeit physisch außerhalb Paraguays erbracht wird, kann sie außerhalb des IRP liegen. Bei hybrider Tätigkeit ist die von Paraguay aus erbrachte Portion IRP-relevant. Die einfache Formel „Auslandskunde = 0 %" gilt also weder für IVA noch zwingend für IRP.

Transparente Strukturen: steuerlich neutral, aber nicht pflichtenfrei

In zwei verbindlichen Auskünften vom Oktober 2025 hat die DNIT zur Behandlung ausländischer transparenter Strukturen Stellung genommen. Das Ergebnis ist eindeutig: Auch eine im IRE steuerlich neutrale Struktur entbindet nicht von Compliance-Pflichten.

Die DNIT nennt konkret: IRE-Erklärung, Jahresabschluss, Steueraudit, steuerliche Bücher, Rechnungsstellung — und in bestimmten Fällen IDU- und Retentionspflichten. Hinzu kommt die Pflicht, einen detaillierten Bericht über Einkünfte, Kosten und Ausgaben an die wirtschaftlich Berechtigten zu erstellen. Wer diesen Bericht schuldet und nicht liefert, riskiert solidarische Steuerhaftung.

„Transparent" bedeutet also nicht: wenig Aufwand. Es bedeutet: die Steuerlast liegt woanders — aber die Pflichten bleiben.

Deine Struktur — dein Einzelfall

Ob eine paraguayische EAS, eine US-LLC oder eine Kombination für dich die richtige Lösung ist, hängt an Faktoren, die sich im Allgemeinen nicht beantworten lassen. Auf Wunsch koordinieren wir die Umsetzung mit spezialisierten Partnern für LLC-Gründung und stellen den Kontakt zu lizenzierten Steuerberatern her.

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Die 5 Punkte, die du vor jeder Gründung prüfen musst

Nicht die Gründung entscheidet über den Erfolg einer Steuerstruktur — die fünf Prüfsteine, die ihr vorausgehen müssen, entscheiden es:

1

Herkunftsland-Exit: Bist du steuerlich sauber abgemeldet — nicht nur behördlich, sondern tatsächlich? § 1 EStG (DE) und § 26 EStG (AT) knüpfen unbeschränkte Steuerpflicht an Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt, nicht an den Wohnungsstempel. Deutschland hat zusätzlich Regelungen zur Wegzugsbesteuerung bei Beteiligungen. Ohne sauberen Exit kein sauberes Strukturziel.

2

Tätigkeitsort: Wo erbringst du deine Leistungen tatsächlich? Von Paraguay aus, aus dem Ausland, hybrid? Die Antwort beeinflusst IRE, IVA, IRP und die Wirkung jeder Gesellschaftsform.

3

Einkommensart: Ist dein Einkommen Dienstleistung, Dividende, Zinsen, Krypto-Veräußerungsgewinn? Jede Kategorie wird steuerlich unterschiedlich behandelt — in Paraguay und im Herkunftsland.

4

Ausschüttungslogik: Wie fließt Geld von der Gesellschaft zu dir? Wann, in welcher Höhe, in welcher Rechtsform? Der IDU macht jeden Ausschüttungsvorgang aus einer paraguayischen Gesellschaft zu einem eigenen Steuertatbestand.

5

Banking und Dokumentation: Kannst du die Herkunft deines Kapitals lückenlos nachweisen? Gründung und Banking sind zwei verschiedene Prozesse — und das Banking scheitert oft an der Dokumentation, nicht am Kapital.

Die sieben häufigsten Fehler bei der Strukturentscheidung

„Ich gründe eine paraguayische Firma und rechne Auslandskunden ab — fertig." Eine paraguayische juristische Person unterliegt dem IRE. Auf Ausschüttungen fällt IDU an. Leistungen, die von Paraguay aus erbracht werden, können IVA-pflichtig sein. Das ist keine 0%-Geschichte, sondern eine Struktur mit mehreren Steuerebenen.

„Auslandskunde = automatisch steuerfrei." Der Tätigkeitsort — nicht der Kundenort — entscheidet über IVA-Pflicht. Und beim IRP hängt es davon ab, wo die Arbeit physisch erbracht wird.

„Die LLC ist der Trick." Eine Single-Member LLC ist steuerlich transparent — das bedeutet: Einkünfte werden dir als Person zugerechnet. Was in deinem Land mit diesen Einkünften passiert, hängt von deiner persönlichen Steuerpflicht dort ab, nicht von der LLC.

„Ich lebe in Paraguay — also sind meine Auslandseinkünfte steuerfrei." Das Territorialprinzip schützt vor paraguayischer Steuer auf echte Auslandseinkünfte. Es schützt nicht vor Steuern im Herkunftsland, wenn dort noch Steuerpflicht besteht.

„Transparente Strukturen bedeuten wenig Aufwand." Die DNIT fordert auch für im IRE neutrale Strukturen: Erklärungen, Jahresabschluss, Buchhaltung, Rechnungsstellung — und bei fehlendem Bericht droht solidarische Steuerhaftung.

„Den Herkunftsland-Exit klär ich später." Die Wegzugsbesteuerung — insbesondere bei Beteiligungen — wird in Deutschland durch § 6 AStG erfasst. Wer zu spät handelt, zahlt auf Wertzuwächse, die er nie realisiert hat.

„Banking regelt sich nach der Gründung von selbst." Paraguayische Banken verlangen Cédula, Einkommensnachweis und ein nachvollziehbares Herkunftsprofil des Kapitals. Wer ohne Dokumentation erscheint, sitzt mit Gesellschaft, aber ohne Konto.

Paraguays DBA-Netz: realistisch einordnen

Paraguay hat Doppelbesteuerungsabkommen mit Chile, Uruguay, Spanien, Taiwan, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Mit Deutschland besteht lediglich ein älteres Spezialabkommen für internationale Luftverkehrseinkünfte — kein allgemeines DBA. Mit Österreich und der Schweiz besteht ebenfalls kein umfassendes DBA.

Für DACH-Auswanderer bedeutet das: Es gibt kein dichtes Abkommensnetz, das automatisch vor Doppelbesteuerung schützt. Die Lösung liegt im sauberen Herkunftsland-Exit — nicht in einer Abkommenslage, die für die meisten gar nicht existiert.

Fazit: Für wen das Doppel-Null-Ziel realistisch sein kann

Das Doppel-Null-Ziel ist erreichbar — aber nicht für jeden, und nicht auf die einfache Art.

Es ist realistisch für Menschen, die ihren steuerlichen Exit aus dem Herkunftsland vollständig und dokumentiert vollzogen haben, die verstehen welche Einkommensarten ihre Struktur treffen, die Ausschüttungslogik und Banking von Anfang an mitdenken, und die bereit sind, die laufenden Compliance-Pflichten zu erfüllen — auch für vermeintlich „transparente" Strukturen.

Es ist nicht realistisch als schnelle Gründung ohne Exit-Planung, als Einzellösung über ein einzelnes Land oder eine einzelne Rechtsform, oder als Antwort auf die Frage „wie umgehe ich meine Steuerpflicht".

Paraguay kann Teil einer sehr schlanken Struktur sein. Aber nur, wenn die Details sauber zusammenpassen.

Lass uns deine Situation konkret durchdenken

Ob Paraguay, LLC oder eine andere Kombination für dich passt — das lässt sich nicht pauschal beantworten. Auf Wunsch koordinieren wir die Umsetzung mit Partnern für LLC-Gründung und stellen den Kontakt zu lizenzierten Steuerberatern in Paraguay und im Herkunftsland her. 45 Minuten, 1:1. Nicht überzeugt in den ersten 10 Minuten? Geld zurück.

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Häufig gestellte Fragen

Nicht automatisch. Eine paraguayische EAS oder SRL unterliegt dem IRE mit regulär 10 % auf paraguayische Quell-Einkünfte — und die Quellenregel ist breiter als viele erwarten. Auf Ausschüttungen fällt zusätzlich IDU (8 % / 15 %) an. Und auf Dienstleistungen, die von Paraguay aus erbracht werden, kann IVA anfallen — auch wenn der Kunde im Ausland sitzt. Die Antwort hängt vom Einzelfall ab.

Nein. Eine Single-Member LLC ist für US-Bundessteuerzwecke standardmäßig eine Disregarded Entity — die Einkünfte werden dem Inhaber direkt zugerechnet. Was dann mit diesen Einkünften passiert, hängt von der persönlichen Steuerpflicht des Inhabers in seinem Wohnsitzland ab. Wer noch in Deutschland oder Österreich unbeschränkt steuerpflichtig ist, zahlt dort auf LLC-Einkünfte Einkommensteuer.

Das hängt von der Struktur ab. In bestimmten Konstellationen erfasst der paraguayische IRE auch Auslandsdividenden — etwa wenn die empfangende Gesellschaft in Paraguay ansässig ist. Ausschüttungen aus paraguayischen Gesellschaften an die Gesellschafter unterliegen immer dem IDU. Die DNIT beurteilt solche Fragen immer einzelfallbezogen.

Nicht pauschal — aber häufiger als viele glauben. Die DNIT hat in einer Auskunft vom Dezember 2025 klargestellt: Leistungen, die physisch von Paraguay aus erbracht werden, sind IVA-pflichtig, weil der Tätigkeitsort maßgeblich ist. Ausnahmen existieren für bestimmte digitale Leistungen, die effektiv im Ausland genutzt werden. Die Abgrenzung ist anspruchsvoll und einzelfallabhängig.

Ja. Die DNIT hat in verbindlichen Auskünften von Oktober 2025 klargestellt: Auch im IRE neutral behandelte transparente Strukturen sind nicht von Pflichten befreit. Verlangt werden IRE-Erklärung, Jahresabschluss, Steueraudit, Buchhaltung und Rechnungsstellung. Bei fehlendem Bericht über Einkünfte, Kosten und Ausgaben an die Begünstigten droht solidarische Steuerhaftung.

Nein. Paraguay hat umfassende Doppelbesteuerungsabkommen mit Chile, Uruguay, Spanien, Taiwan, Katar und den VAE. Mit Deutschland besteht kein allgemeines DBA — nur ein Spezialabkommen für Luftverkehrseinkünfte. Mit Österreich und der Schweiz ebenfalls kein allgemeines Abkommen. Die Lösung liegt im sauberen Herkunftsland-Exit, nicht in einer Abkommenslage die für die meisten nicht existiert.

Den Exit aus dem Herkunftsland zu spät oder unvollständig zu planen. Wer noch unbeschränkt in Deutschland oder Österreich steuerpflichtig ist, zahlt dort auf das Welteinkommen — unabhängig davon, was in Paraguay gegründet wurde. Außerdem unterschätzen viele die Ausschüttungsebene (IDU) und die Banking-Compliance. Gründung ist nur der erste Schritt — nicht der entscheidende.

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